Die Homöopathie zählt zu den erfolgreichsten und beliebtesten zeitgenössischen Therapieverfahren und wird bei einem breiten Spektrum an körperlichen und psychischen Erkrankungen eingesetzt. Obwohl sie sich sogar in der Intensiv- und Notfallmedizin bewährt hat und viele positive Studienergebnisse vorliegen, wird die Wirksamkeit der Homöopathie von Kritikern teilweise angezweifelt.

 

Hintergrund ist die fehlende pharmakologische Erklärung für die Wirksamkeit der in der Homöopathie verwendeten Arzneien, die durch hohe Verdünnungen mit gleichzeitiger Verschüttelung hergestellt werden. Es wird unter anderem angenommen, dass die so hergestellten Arzneien Information über einen nichtmolekularen Wirkmechanismus übertragen können, eventuell durch einen - den Arzneien jeweils eigenen - Ordnungszustand in Lösungsmitteln. Wie die Homöopathie genau funktioniert, ist noch nicht abschließend geklärt. „Wir sehen, dass sie wirkt“, hält beispielsweise der Schweizer Neurochirurg und Studienautor Klaus von Ammon fest und fügt hinzu: „Der Apfel ist auch schon zu Boden gefallen, bevor Newton im 17. Jahrhundert die Schwerkraft entdeckt hat.“

 

In der Realität ist die Homöopathie schon seit vielen Jahren angekommen, was auch praktische Erfolge an Kliniken bestätigen. International gibt es rund 350 randomisierte Studien und mehr als 1000 weitere Forschungsarbeiten zur Homöopathie. Das zeigten führende Homöopathieforscher im November 2012 bei einem Symposium in Wien zum Thema „Wissenschaftliche Forschung in der Homöopathie“ auf, an dem 200 Ärzte und Medizinstudenten auf Einladung der drei homöopathischen Ärztegesellschaften Österreichs teilnahmen.

 

Ein Beispiel für eine qualitativ hochwertige randomisierte Doppelblindstudie mit Cross-over ist die Forschungsarbeit von Dr. Heiner Frei gemeinsam mit Dr. Klaus von Ammon, oberärztlicher Leiter für Homöopathie-Forschung an der Universitätsklinik in Bern, und einem Team von Kinderärzten und Neuropsychologen (2005), die einen hochsignifikanten Effekt homöopathischer Medikamente bei aufmerksamkeitsgestörten Kindern (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS) ergab. Es zeigte sich, dass sich bei 80% der Kinder durch eine gezielte, individuelle homöopathische Behandlung das Krankheitsbild um mindestens 50% besserte. Möglich geworden war diese Studie durch unübersehbare Erfolge, die hinzugezogene Homöopathen in der Universitätsklinik Bern bei der Behandlung von schulmedizinisch schwer therapierbaren Kindern mit Epilepsie und ADS hatten.

 

Ebenfalls 2005 hat Prof. Dr. Michael Frass als Vorstand einer Intensivstation am Wiener AKH eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 70 kritisch kranken Sepsis-Patienten durchgeführt. Die Patienten erhielten zusätzlich zur intensivmedizinischen Medikation ein (individuell verordnetes) homöopathisches Arzneimittel oder Placebo. Das Follow-up nach 180 Tagen ergab, dass in der homöopathisch behandelten Gruppe mit 76% deutlich mehr Patienten überlebten als in der Gruppe, die Placebo erhalten hatte (50%). Der Unterschied war statistisch signifikant.

 

Weiters hat Prof. Dr. Claudia Witt 2007 an der Berliner Universität Charité 67 In-vitro-Experimente an Granulozyten, Lymphozyten und Erythrozyten einem „systematic review“ unterzogen. Die Forscherin fand heraus, dass 73% der Arbeiten zu positiven Ergebnissen kamen und auch für homöopathische Hochpotenzen jenseits der Loschmidt´schen Zahl Wirkungen belegen. Diese Ergebnisse werden durch neue Arbeiten von indischen Wissenschaftlern rund um Dr. Patel bestätigt, die in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an Ratten gezeigt haben, dass die antirheumatische Wirksamkeit des homöopathischen Arzneimittels Rhus toxicodendron auch in höchsten Verdünnungen erhalten bleibt.

 

Auch der von der Schweizer Regierung in Auftrag gegebene HTA-Bericht (Health Technology Assessment) ergab, dass die präklinische (experimentelle) Wirkung und die klinische Wirksamkeit der Homöopathie nach den modernen Standards der Evidence-based Medicine ausreichend belegt sind und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt. Daher werden in der Schweiz die Kosten einer homöopathischen Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Quellen:

ÄrzteWoche, SpringerMedizin-Verlag (Publikationsreihe 2012)

Salzburger Nachrichten vom 21.11.2012

H. Pfeiffer, M. Drescher, M. Hirte, Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin, Verlag Urban&Fischer 2007

 

Literatur:

Frei H et al European Journal of Pediatrics, Vol.164, Nr 12, December 2005: 758-767

Frass M et al Homeopathy (2005) 94, 75-80

Witt CM et al. Complementary Therapies in Medicine (2007) 15, 128-138

Patel DR et al. Homeopathy (2012) 101, 165-170

 

Bornhöft G, Matthiessen PF (Hrsg.), Homöopathie in der Krankenversorgung. Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Ein HTA-Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Programmes Evaluation Komplementärmedizin in der Schweiz. VAS-Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt 2006

Dr. med. univ.

Elisabeth Kerbl-Seidelberger

 

Ärztin für Allgemeinmedizin

Klassische Homöopathie 

 

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